Heimische Fledermäuse füttern

Fledermäuse füttern

Fledermäuse füttern

Fledermäuse füttern ist komplizierter als beispielsweise Vögel oder Eichhörnchen zu füttern. Die Fledermaus ist ein faszinierendes Tier, sie kann selbst in dunkelster Nacht zielsicher durch die Lüfte fliegen. Die Tiere orientieren sich still und heimlich durch Ultraschallrufe, die für den Menschen nicht zu hören sind. Die Rufe die sie von sich geben werden von Objekten reflektiert, sie können sozusagen mit ihren Ohren sehen und wissen genau wo sich ein Hindernis wie beispielsweise ein Baum oder ein Beutetier wie zum Beispiel ein Nachtfalter in Ihrer Reichweite befindet.

Weltweit gibt es bis zu 1441 Fledertiere, in Deutschland leben 25 Fledermausarten und die bekannteste ist die Bechtsteinfledermaus. Die heimischen Tiere werden meist nicht größer als 5 cm, während die größten Fledertiere der Welt, der Goldkronen-Flughund, eine Flügelspannweite von bis zu 1,7 m erreichen kann.

Unsere heimischen Fledermäuse

Die Fledermaus ist ein hochsoziales Tier, das gerne in größeren Gruppen zusammenlebt. In Deutschland können sich Kolonien von bis zu 150 Tieren bilden. Fledermauskästen werden daher oft von mehreren Fledermäusen gleichzeitig genutzt. Die weltweit größte Fledermauskolonie umfasst bis zu 20 Millionen Tiere.

Fledermäuse füttern, doch was fressen Fledermäuse?

Wer denkt Fledermäuse sind ausschließlich an Blut interessiert, wie in so manchen Horrorgeschichten, der irrt sich. Die Tiere sind harmloser und nützlicher als ihr Ruf ihnen voraus geht. Weltweit gibt es verschiedene Fledermausarten, die sich sowohl von Obst, Insekten und tatsächlich auch von Tierblut ernähren.

Fledermäuse
Hungrige insektenfressende Fledermaus

Insektenfressende Fledermäuse

Die meisten Fledermäuse und damit insbesondere auch unsere Einheimischen ernähren sich ausschließlich von Insekten. Deshalb wirkt sich das voranschreitende Insektensterben leider auch auf das Futterangebot der Fledermaus aus. Aber nicht nur Fledermäuse, auch viele andere Tiere finden mit weniger Insekten ein deutlich geringeres Nahrungsangebot vor! Deshalb ist Fledermäuse füttern auch etwas komplizierter.

Vegetarische Fledermäuse

Etwa 30 % aller Fledertiere ernähren sich rein vegetarisch, dabei insbesondere von tropischem Obst. Unter den Vegetarischen Flattertieren befindet sich auch die Blütenfledermaus, die wie Kolibris im Flug stehen können und den Nektar aus Blüten trinken.

Vampirfledermäuse

Sie sind die Einzigen, die sich vom Blut anderer Tiere ernähren. Sie haben scharfe Zähne, mit denen sie ihr Opfer beißen und anschließend das Blut mit ihrer Zunge auflecken. Lediglich 3 in Afrika lebende Arten weltweit ernähren sich von Säugetier- und Vogelblut!

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Fledermäuse füttern: Angst vor Fledermäusen?

Die Angst vor Fledermäusen ist vollkommen unberechtigt, die Tiere nehmen eine wichtige Rolle im Ökosystem ein, denn sie vertilgen große Mengen an Insekten und darunter insbesondere auch Schädlinge, die große Schäden in unseren Wäldern oder auf bewirtschafteten Feldern anrichten. Auch lästige Stechmücken werden von den Tieren beseitigt.

Heimische Fledermäuse
Fledermäuse sehen mit Ihren Ohren durch Ultraschallrufe
Trinken sie wirklich Blut?

Von über 1000 Arten ernähren sich gerade mal 3 Fledermausarten, die weit entfernt beheimatet sind, tatsächlich von Blut. Alle anderen Arten sind für den Menschen vollkommen harmlos. Im Vergleich dazu gibt es weitaus mehr gefährliche Zeckenarten, die sich von Blut ernähren.

Fledermäuse füttern ist gefährlich, weil sie Corona übertragen?

Seit Ausbruch des Coronavirus sind Fledermäuse in Verruf geraten diesen Viren zu übertragen. Vorab: Keine unserer heimischen Arten überträgt Corona!

Bitte lasse die streng geschützten und bereits bedrohten Tiere weiterhin auf dem Dachboden oder in Spaltenquartieren am Haus nisten. Unsere heimischen Fledermäuse sind vollkommen ungefährlich und schützenswert!

So kannst du Fledermäuse füttern!

Fledermaeuse fuettern mit Insekten
Fledermäuse füttern mit Insekten

Unsere heimischen Fledermäuse zu füttern ist nicht einfach, da sie sich hautpsächlich von lebenden Insekten ernähren. Man müsste sich also schon selbst auf Insektenjagd begeben um die Insekten dann an die Flattertiere zu verfüttern. Das macht allerdings wenig Sinn, da es für Fledermäuse durch Ultraschallrufe sowieso kinderleicht Insekten zu fangen.

Wir können hingegen etwas viel wichtigeres bewirken! Wir können die Insektenbestände durch Blühstreifen oder Insekenhotels fördern und dem Insektensterben Einhalt gebieten. Dadurch erhöhen wir gleichzeitig deutlich das Futterangebot für Fledermäuse und unterstützen die Tiere wirklich in einem sehr relevanten Punkt!

Im Umkehrschluss bedeutet das, wenn du Fledermäusen langfristig etwas Gutes tun möchtest, neben dem Aufhängen wunderbaren Nistkästen und Überwinterungsmöglichkeiten, dann beginne damit dich für Insekten einzusetzen. Auf Insekten sind die Tiere angewiesen, mit dem sinken der Insektenbestände, sinken auch die Fledermausbestände.

Fledermauskasten
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